Montag, 16. Dezember 2013

Radreise durch Laos

1. Tag, 14.12.2013: Ankunft in Luang Prabang
Gegen 15.00 h kamen wir in Luang Prabang an. Das Wetter war leider nicht so gut, doch es sollte zum Abend hin besser werden. Wir wurden von Somchai abgeholt, der uns zum Hotel brachte. Nach dem Einchecken führte uns Somchai durch die Stadt, wobei er sehr schnell bemerkte, dass sein Plan 2 Tempel und den Hügel zu zeigen nicht ganz durchzuhalten ist, wenn man mit zwei Personen unterwegs ist, die fotografieren und filmen wollen.

Zunächst ging es zum Tempel Wat Xiengtong, dem schönsten und ältesten von Luang Prabang. 1560 gebaut wurde er nicht im Laufe der Jahhunderte geplündert und blieb somit gut erhalten. Der Tempel ist wirklich ein Prachstück. Wir hielten uns hier lange auf und wären noch länger geblieben, wenn nicht Somchai gedrängt hätte, dass wir weiter zum Phousi Hill müssten, wollten wir ihn noch Sonnenlicht sehen. Also zogen wir weiter zum Hügel inmitten Luang Prabang. Über 400 Stufen waren nun zu bewältigen und immer wieder gab es schöne Ecken zum Verweilen. Dabei gibt es aber immer nur kurze Blicke auf Luang Prabang, da durch die Bewaldung nicht die ganze Stadt auf einmal zu sehen ist. Oben angekommen versammelten sich dort schon zahlreiche Touristen, die auf den Sonnenuntergang warteten. Da dieser aber sicher aufgrund der Bewölkung nicht schön ausfallen wurde, gingen wir langsam zurück zum Hotel. Der Nachtmarkt war aufgrund einer Zeremonie nicht offen. Im Hotel angekommen verzichteten wir auf das Abendessen, um einiges an Schlaf aufzuholen.  


15.12.2013 Fahrt nach Phosanvanh
Um 06.00 h klingelte der Wecker, da wir Luang Prabang am Morgen erleben wollten. Wir gingen wieder zu Nationalmuseum und beobachteten das Treiben dort. Leider kam man als „Falang“ (Begriff für Touris) nicht in das Museum rein. Aber auch an der Straße gab es ausreichend Motive. Gegen 07.00 h waren wir dann zurück im Hotel und begaben und dass zum Frühstück. Dort wurden wir dann von Noi, unserem Reiseleiter für die nächsten Tage abgeholt. Auf einer längeren Fahrt mit Regen ging es dann durch Bergland bis nach Phonsavanh. Die Landschaft ist hier stark zerklüftet und sieht auch bei Regen spannend aus.

Unterwegs sahen wir immer wieder kleinere Gruppen von jungen Männern und Frauen, die sich in voller traditioneller Tracht schwarze Bällen zuwarfen. Noi erklärte uns, dass zum Neujahrsfest der Hmong die jugendlichen Singles mit diesem Spiel auf Brautschau gingen. Daher waren hierzu nur Singles zugelassen. Da hatten wir Glücke, dass wir das erleben durften, da dies nur zum Jahreswechsel stattfindet. Weiter ging es nach Phonsavanh, wo wir in einem schönen Hotel eincheckten. Von hier ist es nicht mehr weit bis zur Ebene der Steinkrüge, die wir morgen mit den Rädern erreichen wollten. Heute verzichteten wir nicht auf das Essen.  


16.12.2013 Ebene der Tonkrüge
Die ganze Nacht regnete es durch, und zwar ziemlich heftig. Auch nach dem Frühstück um 07.00 Uhr regnete s noch leicht. Wir richteten trotzdem unsere Räder und fuhren zunächst in den Ort, um auf dem Markt Obst für den Mittag einzukaufen. Dann ging es nicht wie geplant zunächst zum Site 2 der Ebene der Tonkrüge sondern erst zum Site 1. Hier wollten wir uns dann erkundigen, ob die Piste zu Site 2 möglich ist. Am Site 1 angekommen regnete es immer noch und wir warteten dort kurz ab. Schließlich entschieden wir uns zum Hotel zurückzufahren, um dort in den wärmeren Zimmern darauf zu warten, dass der Regen aufhörte.

Bis zur Ebene der Tonkrüge waren wir somit erst 11,5 km geradelt auf flacher Strecke. Zum Einradeln war das ganz OK. Um 14.00 h hörte dann der Regen auf und wir fuhren mit dem Fahrzeug zurück zum Site 1. Wir blieben dort etwa ein Stunde, um diese interessanten Tonkrüge zu bestaunen, deren Ursprung noch nicht ganz geklärt ist. Da die Piste zu Site 2 aufgrund des Regens nicht befahrbar war, fuhren wir zurück nach Phosanvanh, wo wir uns im Büro des MAG (Mine Advisory Group) über die Problematik der nicht gezündeten Bomben des Vietnam-Krieges informierten. Laos wurde, obwohl nicht im Krieg, von den Amerikaner flächenbombardiert, da der Nachschub der Vietcong über Laos lief und d auch im Norden von Laos eine prokommunistische Gruppierung lebte. Eine erschütternde Sache, die Laos noch Jahre beschäftigen wird. Nach dem Abendessen im Ort ging es dann zurück zum Hotel.

Für die nächsten Tage ist Sonne und kein Regen vorhergesagt.

17.12.2013 Radtour nach Muan Kham
Wir starteten heute recht früh am Morgen und verließen Phonsavan in östliche Richtung. Zunächst ging es durch die Stadt bis wir nach 9 km endlich in etwas unbesiedeltere Gebiete kamen. Es wurde ländlicher und der Verkehr ruhiger. Nach 28 km Radetappe machten wir dann eine Rast. 
Nach dem Mittagessen verließen wir dann hier die Hauptstraße und fuhren auf unbefestigter Straße weiter.

Die nächsten 38 km auf dieser unbefestigten Straße waren einfach traumhaft. Immer wieder tolle Ausblicke und kleine Dörfer, die wir durchradelten. Wir waren im Gebiet der Hmong und auch zum Zeitpunkt des Neujahrsfestes der Hmong. So bekamen wir eine zweite Tradition der Hmong zum Neujahr mit, den Bullenkampf. Dieser ist jedoch so harmlos, dass selbst Tierschützer wohl wenig zu beanstanden hätten. Spaß brachte er den Hmong auf alle Fälle.

Wir fuhren weiter und hatten nach einer längeren Abfahrt dann ein herrliches Tal mit schönen Dörfern. Hier sahen wir wieder das Ballspiel der Hmong. Weiter ging es dann leicht bergauf und bei der letzten Abfahrt des Tages wieder traumhafte Ausblicke auf die Bergwelt von Nordlaos. Wieder an der Asphaltstraße wurden wir dann von unserem Begleitfahrzeug abgeholt, da es durch unsere Filmerei schon etwas spät geworden war. So fuhren wir die letzten 7 km zum Hotel im Fahrzeug.

18.12.2013 Fahrt nach Vieng Thong
Heute änderten wir leicht das Programm, da wir neben der Radtour auch noch neue Gebiete und Sehenswürdigkeiten erkunden wollten. Von den 89 km und 2000 hm, die es zum nächsten Ziel waren radelten wir nicht alles. Am Morgen besichtigten wir eine Höhle, in der während des Vietnamkrieges knapp 800 Laoten ums Leben kamen. 
Um den Nachschub nach Vietnam zu unterbinden und weil man in Laos auch Kommunisten vermutete wurden auf Laos, obwohl man nicht im Krieg war, mehr Bomben geworfen als im gesamten zweiten Weltkrieg zusammen. Und das einfach flächendeckend mit Streubomben, die selbst heute noch viele Opfer fordern. Während man sich in Vietnam noch an Regeln hielt (keine Schulen, keine Tempel) wurde in Laos einfach wahllos abgeworfen.
Die 800 Leute in der Höhle hatten einfach Pech, dass eine Bombe den Eingang der Höhle traf.
Etwas bedrückt ging es dann mit einigen Radstrecken weiter nach Nam Neun. Dort entschieden wir, die Stätte von Hin Tang mit den seltsamen stehenden Steinen noch am Nachmittag zu besichtigen.
Diese Stätte ist insofern interessant, dass der Besuch vom Dorf organisiert wird. Für einen Preis von 5 € wird ein Führer bereitgestellt, der einem die Steine nach einer kleinen 45-minütigen Wanderung zeigt. Die Herkunft dieser Steine ist allerdings nicht geklärt. Im gesamten Jahr schauen sich allerdings nur ca. 60 Touristen diese Stätte an.
Zurück in Nam Neun entschieden wir bereits nach Vieng Thong weiter zu fahren, da dort das Hotel WIFI hat und wir nach Alternativen zur Radelstrecke auf der Straße suchten. Leider war da nichts im Internet zu finden. Eine Straße abseits der normalen Verkehrsstraße wäre optimal, aber die Hauptstraße ist auch noch nicht so sehr befahren und bietet immer wieder tolle Aussichten.

19.12. Vieng Thong

Heute erkundigten wir uns, welche Besuchsmöglichkeiten der nahe gelegene Nationalpark Nam Et-Phou Loei hat. Die wohl schönste Möglichkeit bleibt uns aufgrund Zeitmangel leider verwehrt. Dies wäre mit dem Boot ins Kerngebiet zu fahren, um dort zu übernachten und am nächsten Morgen zurückzukommen. Daher machten wir eine dreistündige Wanderung im Bereich der Hot Springs. Eine äußerst interessante Aussichtsplattform und einer schöner Urwald-Pfad waren weitere Sehenswürdigkeiten dieser Tour. Nach der Wanderung hatten wir dann noch Zeit, um gegen unser laotisches Team im Boulespielen zu verlieren.
Den Tag beschlossen wir bei Sticky Rice und vergeblichen Versuchen etwas laotisch zu lernen. Da die laotische Sprache auch von den Tonarten lebt, war das für mich von vorne hinein ein sinnloses Unterfangen.
Morgen geht es dann wieder auf das Rad.


20.12. Radeln nach Viang Kham
Ein Transfer brachte uns nach Muangmouay. Dort sattelten wir unter Beobachtung zahlreicher Kinder unsere Räder und machten uns auf den Weg auf einer der Seitenstraßen. Laut Karte ging die Piste immer am Fluß entlang. Das stimmte dann zwar auch, aber wir bewegten uns immer von knapp oberhalb des Flusses bis weit oberhalb des Flusses. So gab es dann auch einige Stellen, die zum Schieben verlockten. Das waren bestimt 20%-Steigungen. Das war am Anfang etwas mühsam, doch schon bald wurde die Strecke humaner. Den Fluss hatten wir oft im Blick und auch durch den einen oder anderen Ort kamen wir. Dabei merkten wir schon einen großen Unterschied zwischen den entlegenen Orten auf unserer Radpiste und den Orten an der Straße.
Die entlegeneren waren wesentlich schöner und auch sauberer. Nach einer längeren Talfahrt kamen wir dann an eine Kreuzung, bei der es dann links zur Hauptstraße ging, wie man uns mitteilte. Das sollte aber noch über 2 Stunden dauern, die erste Zeit davon steil bergauf. Doch nur wer den Berg erklimmt hat nachher die tolle Aussicht. Für uns bedeutete dies, dass wir auf einer tollen Kammfahrt einen tollen Ausblick auf beide Seiten hatten. Nach einer kurzen, aber steilen Abfahrt kamen wir dann auf die Asphaltstraße, die uns dann zu unserem Übernachtungsort Viang Kham brachte.

21.12. Radeln nach Muong Ngoi
Wiederum ein kurzer Transfer im Fahrzeug brachte uns nach Poutipheung. Dort ging es wieder auf die Räder und auf eine Piste.
Auch hier hieß es zunächst an Höhe gewinnen. Die Aussicht war zunächts nicht ganz so schön, da wir hier schon größere Flächen an abgeholzten Hängen sahen. So ging es knapp 22 km bis zu einem Ort, an dem sich die Straße teilte. Wir wählten den neuen Weg nach links, der uns nach Muong Ngoi bringen sollte. Die Straße ist recht neu, wird aber noch kaum von Fahrzeugen genutzt. So hatten wir dann auch eine ruhige Fahrt mit herrlichen Aussichten. Dann erfolgte eine lange Abfahrt, die uns den wunderschön gelegenen Ort Muong Ngoi näher brachte. Herrliche Kegelberge ließen uns immer wieder anhalten, um Bilder zu machen. Am Ende erfolgten dann noch zwei Furtendurchfahrten, bis wir unser heutiges Ziel erreichten. Wir waren wieder im Gebiet der „Falang“ (Touristen) angekommen. Unsere Radtour endete dann auch hier am Ufer des Flusses Nam Ou.

22.12. Fahrt nach Nong Khiao

Nach dem Frühstück ging es mit einem Speedboat zunächst flussaufwärts. Nach ca. 50 min erreichten wir einen kleinen Ort am Ufer des Nam Ou. Dieses Dorf ist ein typisches Dorf der Khmu, einem der Volksstämme in Laos. Die Dorfstruktur ist noch ursprünglich, doch das Leben hat sich schon dem Tourismus angepasst. So werden hier wunderschöne Webereien angeboten.
Nach dem Besuch ging es dann mit dem Speedboat nach Nong Khiao. 
Nong Khiao liegt ebenfalls herrlich und wir verbrachten den Nachmittag diesen Ort zu erkunden. Auch unsere Lodge lag wunderschön am Fluss.








23.12. Fahrt nach Luang Prabang
Durch einen Dammbau ist es nicht mehr möglich mit dem Boot von Nong Khiao nach Luang Prabang zu fahren. Daher brachte uns ein Fahrzeug zurück nach Luang Prabang, wo wir den Nachmittag damit verbrachten die zahlreichen Tempel der Stadt zu fotografieren. Am Abend besprachen wir mit der örtlichen Agentur noch die nächsten Tage und ging anschließend auf den schönen Nachtmarkt.
Hier wurde viel schönes Handwerk angeboten, doch wir hielten uns mit dem Kauf zurück, da wir dies lieber in den kleinen Orten machen wollen, um die Hersteller direkt zu unterstützen.







24.12. Luang Prabang
Wir standen früh am Morgen am Morgen auf, um die Frühzeremonie der Mönche beizuwohnen. Die Mönche dürfen nur zwei Mal am Tag essen. Morgens und mittags. Dann muss bis zum nächsten Morgen gefastet werden. Die Mönche gehen dabei auf die Straße und werden dort von den Einheimischen mit Essen beschenkt. Dies hat eine große Bedeutung sowohl für Mönch wie auch Schenkendem. Daher wird an allen Ecken auf Schildern aufgefordert dies nur mitzumachen, wenn man dies aus wirklicher Überzeugung macht. Was ich den meisten Touris, die hier auch was geben absprechen möchte. Mir kam es so vor, als wenn die das als Spiel ansehen und somit die Zeremonie ins Lächerliche ziehen. So kommen manche Touristengruppen mit Bussen angekarrt, um sich dann zu den Schenkenden zu setzen. Noch während der Zeremonie und noch einige Mönche im Anmarsch sind, springen die auf, um zu Ihren Bussen zu rennen, um selber pünktlich am Frühstückstisch zu sein. Gebräuche und Sitten verschiedener Länder zu respektieren ist so einfach und sollte eine Selbsverständlichkeit sein. Leider ist dies häufig noch nicht der Fall.
Genauso schlimm sind die doch leider zahlreichen spärlich bekleideten Touris.
Wir gingen dann selber zurück zum Frühstückstisch und gingen anschließend an den Mekong, wo wir eines der Ausflugsboote nahmen, um die Höhlen von Pak Ou zu besichtigen.
Es war noch richtig frisch am Morgen, aber bei Ankunft an den Höhlen kam die Sonne dann wie bestellt heraus. In diesen Höhlen (Upper and Lower Cave) stehen Tausende Buddhastatuen. Ein interessanter Ort.
Es ging dann zurück nach Luang Prabang wo wir uns ein Tuk Tuk mieteten um uns zu den Wasserfällen von Tad Sae zu bringen. Auch dieser Ort ist aufgrund der Nähe zu Luang Prabang recht touristisch, aber die Wasserfälle sind trotzdem sehr schön.
Wir hielten uns dort eine Stunde auf, bevor wir zurück nach Luang Prabang fuhren.
Dort nahmen wir dann den Nachtbus nach Vientiane um 19.30 h. Der Bus war voll, sa dass es dann doch sehr beengt zuging.

25.12. Vientiane
Gegen 05.00 h erreichten wir müde Vientiane. Ein Sammeltaxi brachte uns in die Stadt, so dass wir sogar um 06.00 h schon einchecken konnten. Das nutzen wir natürlich, um uns nochmal 2 Stunden aufs Ohr zu legen. Dann begann unsere Besichtigung von Vientiane, die so ganz anders ist als Luang Prabang. In Vientiane gibt es schon mal Stau, es gibt große Protzbauten, und insgesamt ist es hier viel hektischer als im ruhigen Luang Prabang.
Zunächst gingen wir zur schwarzen Stupa, That Dam. Von dort liefen wir dann weiter zum laotischen Arc de Triomphe, Patou Say. Dieser Bau ist ein Triumphbogen mit asiatischen Elementen und war zur Zeit des Baues ein Wahrzeichen für die Korruption in diesem Lande. Vieles der Hilfsgelder, die für den Bau gegeben wurde liefen in andere Kanäle.
Letzter und längster Besichtigungspunkt des heutigen Tages war das Wahrzeichen von Laos, That Luang, eine golden erscheinende Stupa etwas außerhalb des Zentrums. Als wir ankamen, wurden wir Zeugen einer Trauerfeier, die wir etwas verfolgten. Dann besichtigten wir die Gebäude der Anlage, inklusive der Stupa. So waren wir bestimmt 3 Stunden in dieser Anlage. Ein Tuk Tuk brachte uns dann zurück zum Hotel.

26.12. Vientiane
In der Nacht wurden meine Zahnschmerzen, die ich seit 4 Tagen hatte, wesentlich schlimmer. Anfangs hatte ich noch Schmerzmittel auf Basis von Paracetamol genommen, am gestrigen Tag hatte ich in nder Apotheke Ibuprofen bekommen. Das sollte sich rächen, den Ibuprofen lässt wohl eine Entzündung stärker werden. Daher beschloss ich in Vientiane, trotz des schlechten Rufes, zu einem Zahnarzt zu gehen. Ich erkundigte mich und die beste Adresse war wohl das Centre Medical de l'Ambassade Francaise. Dort bekam ich dann auch einen Termin bei einem französischen Arzt, der eine Entzündung des Wurzelkanals eines Backenzahn feststellte. So bekam ich neben Antibiotika und dem Hinweis auf die schlechte Wahl von Ibuprofen auch noch die Aussicht auf eine Wurzelbehandlung Anfng 2014. Aber immerhin rechne ich jetzt, dass die Schmerzen langsam nachlassen.
Während ich so einen weniger schönen Termin wahrnahm, nutzte Detlef die Zeit, um Aufnahmen zweier interessanter Tempel zu machen.
Gegen Mittag trafen wir uns dann wieder und fuhren mit Tuk Tuk zum 25 km entfernten Buddhagarte Wat Xieng Khuan. In diesem relativ kleinen Areal stehen zahlreiche Buddhastatuen, die den Spendern ein gutes Karma bescheren sollten. Ob dies dann auch gelang ist allerdings ungewiss. Zurück bleibt eine etwas seltsame Mischung unzähliger Buddhastatuen.
Nach der Besichtigung brachte uns ein Tuk Tuk wieder zurück zum Hotel.

Mittwoch, 11. Juli 2012

Tour durch Sri Lanka

Samstag, 07.07.2012:
Die Reise nach Sri Lanka begann in Frankfurt mit einem Flug mit Kuwait Airways nach Kuwait. Am selben Abend erreichten wir Kuwait City. Es erwarteten uns am Abend noch ca. 40°C. Nach einem Abendessen und einem Gang um den Block ging es dann ins Bett.

Sonntag, 08.07.2012:
Nach dem Frühstück ging es bei 43°C in die City. Etwa 5 Stunden verbrachten wir in der Stadt und besuchten vor allem die Märkte. Dann wurde es uns bei der Hitze zuviel und wir setzen uns in ein klimatisiertes Cafe und nahmen Speisen und Getränke zu uns. Dann ließen wir uns per Taxi zum Flughafen bringen, wo der Flug zum eigentlichen Zielpunkt Colombo weiterging. Insgesamt bin ich der Meinung, dass Kuwait City keine Reise wert ist, aber dieser eine Tag doch einen netten Einblick in die arabische Welt gegeben hat.

Montag, 09.07.2012:
Frühmorgens kamen wir in Colombo an. Nach einem kurzen Transfer zum Hotel in Negombo setzten wir mit unserem Fahrer zusammen und besprachen kurz das Programm. Da heute das Feuchtgebiet von Muthurajawela auf dem Programm stand und dies am besten am Nachmittag zu besuchen ist beschlossen wir den Tag zunächst langsam anzugehen. So legten wir uns kurz noch 3 Stunden aufs Ohr, um dann um 10.00 h aufzustehen und einen kleinen Gang durch das Dorf zu machen. Prompt wurden wir von einen Singhalesen angesprochen, der uns – ohne Geld, wie er beteuerte – das Dorf zu zeigen. Silvester zeigte uns dann auch sein Dorf: den kleinen Fischmarkt, die Kirche, die Schule und auch den Kindegarten. Am Ende besichtigten wir dann noch einen Heilgarten. Ein netter Beginn und Geld wollte Silvester wirklich nicht! Um 14.00 h ging es dann zum Feuchtgebiet Muthurajawela, wo wir im kleinen Boot das Feuchtgebiet besichtigten. Neben einer schönen Landschaft sahen wir auch zahlreiche Eisvögel, die Brahminnweihe und auch einen Waran. Eine schöne Tour. Dann ging es zurück zum Hotel.

Dienstag, 10.07.2012:
Nach dem Frühstück ging es aus dem klimatisiertem Hotel raus in die Wärme. Es ging zunächst zum Reservat Anawilundawa. Dies soll ein Paradies für Vögel sein. Leider war hier die letzten Wochen eine Dürre, so dass das Reservat für diese Jahreszeit erstaunlich wenig Wasser hatte. An den verbleibenden Pfützen sammelte sich trotzdem einiges Interessantes: Schwarzkopfibis, Silberklaffschnabel, Brahminenweihe, Braunliest und viele andere interessanten Arten. Auch ließ sich wieder ein Waran blicken.
Es ging dann weiter zum Wilpattu-Nationalpark, der bekannt für seine Leoparden ist. Auf einer 5-stündigen Safari am Nachmittag sahen wir leider keine Leoparden. Damit gehören wir zu den 60 bis 70% die kein Glück haben. Leider ließen sich auch keine Elefanten oder Lippenbären blicken. Dafür sahen wir Schakale und zahlreiche Vogelarten. Zudem war die Landschaft sehr interessant. In der Dunkelheit ging es dann weiter nach Anuradhapura, wo wir uns den Heiligen Bodhi-Baum in der Nachtstimmung ansahen.

Mittwoch, 11.07.2012:
Heute standen wir früh auf, denn wir wollten uns Anuradhapura ansehen und hatten dann noch eine längere Fahrt mit Unsicherheiten vor uns. In Anuradhapura sahen wir uns die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten an und besuchten aber auch einige unbekannte Ecken wie die Königsbäder, die traumhaft sind. Unser Fahrerguide brachte uns auch die Geschichte näher. In den nächsten Tagen sollten wir sein umfangreiches Wissen sehr zu schätzen wissen. Und wir sahen unsere ersten Hutaffen.
Dann begann unser Abenteuer in den Norden. Wir wussten nicht was uns erwartet, denn der Norden war bis vor kurzem nicht bereisbar. Nördlich von Vavuniya kam dann auch die erste große Kontrolle, an der wir unsere Pässe zeigen mussten und registriert wurden. Zudem wurde dann die Straße auch schlechter und wir kamen manchmal nur spärlich voran. Links und rechts der Straße sahen wir keine Häuser mehr, sondern nur deren Grundrisse. Das Militär hatte hier im Bürgerkrieg wohl alles platt gemacht. Weiter im Norden und nach einer weiteren Kontrolle sahen wir dann auch zahlreiche Hausruinen. Bleibt zu hoffen, dass der Bürgerkrieg nicht irgendwann wieder aufkocht, denn der Schaden, denn wir auf der "aufgeräumten" Straße gesehen haben war schon enorm.
Trotz der schlechten Straßenverhältnissen und der Kontrollen kamen wir dann doch recht zügig voran und trafen am Spätnachmittag in Jaffna ein. Unser erster Eindruck war sehr positiv. Die Stadt ist lebhaft und von den Kriegsschäden ist nicht viel zu sehen. Nach dem Einchecken im Hotel machten wir noch einen Bummel durch die Stadt und dem Markt. Und wir freuten uns schon auf zwei erlebnisreiche Tage in Jaffna und Umgebung.

Donnerstag, 12.07.2012:
Unser erstes Ziel heute war Nagadeepa mit einem sehr wichtigen buddhistischen Tempel. Auf einer Dammstraße und über zwei Inseln ging es zum Fährhafen, wo wir eine kleine Personenfähre nahmen. Von weitem war schon der hinduistische Tempel mit seinen unzähligen bunten Figuren zu sehen. Doch unser Ziel war zunächst der buddhistische Tempel, wo der erste buddhistische Mönch von Indien landete. So groß die Bedeutung des Tempels ist, so unspektakulär ist er. Für uns war der farbenfrohe hinduistische Tempel interessanter, vor allem da wir eine Puja, eine Art Gottesdienst miterleben durften. Anil erklärte uns die wichtigsten Schritte, so dass wir das Gewusel etwas besser verstehen konnten. Mit der Fähre ging es dann zurück nach Jaffna, von wo wir den nördlichen Teil der Halbinsel besichtigten: den Nilavari-Brunnen, eine wichtige Wasserquelle, die in dieser trockenen Gegend die Landwirtschaft ermöglicht, die Keerimalai-Quelle, eine Süßwasserquelle direkt am Meer gelegen und die als Bad benutzt wird und die Stupas von Kantarodai, vermutlich Grabstupas zahlreicher Mönche. Heute sind nur noch 20 der ursprünglich wohl knapp 70 Stupas zu sehen. Und natürlich eine tolle Landschaft mit den Palmyra-Palmen.

Freitag, 13.07.2012:
Heute war ein ruhigerer Tag. Zunächst ging es zu einem kleinen Tempel, bei dem wir eine private Puja-Zeremonie sehen und erleben konnten. Anschließend ging es zum Fort, wo zur Zeit Ausgrabungs- und Restaurierungsarbeiten stattfinden. Auch wenn noch viel zu tun ist, ist das Fort beeindruckend. Ein Gang auf der Festungsmauer zeigt, dass dies wohl eine Hauptattraktion werden wird, wenn das Viertel wieder aufgebaut ist. Vom Fort ging es dann zur St. Marys Kathedrale, ein mächtiger Bau in einem schönen Viertel, etwas entfernt vom Zentrum. Hier herrschte eine sehr ruhige Stimmung, im Gegensatz zum lebendigen Treiben im Zentrum. Das lebendige Treiben setzte sich jedoch beim Besuch in einem der wichtigsten hinduistischen Heiligtümer Sri Lankas, im Nallur Kanaswamy Tempel, fort. Der riesige Tempel füllte sich schnell mit Menschen, denn es war Puja-Zeit. Andächtig, aber leicht chaotisch erlebten wir die Gläubigen und die Zeremonie. Zu guter Letzt besichtigten wir dann noch die Library, die 2003 wieder eröffnet wurde, nach dem dort eine der größten Büchersammlungen Sri Lankas einem Brand zum Opfer fielen.

Samstag, 14.07.2012:
Unser erstes Ziel war Point Pedro, der nördlichste Punkt Sri Lankas. Außer einem kleinen Fischerdorf und einem Leuchtturm ist hier nicht viel zu sehen. Interessanter war das Dünengebiet von Manalkadu. In diesem kleinen Örtchen starben am 26.12.2004 72 Menschen durch den Tsunami. Auf einer der Dünen ist ein kleiner Friedhof, ein interessantes Bild. Von dort fuhren wir auf einer Seitenstraße in Richtung Elephant Pass, dem „Ausgang“ der Jaffna-Halbinsel. Die Fahrt war äußerst interessant. Auf der rechten Seite lag eine Lagune mit tausenden von Vögeln, auf der linken Seite arbeitete das Militär. Die Tätigkeit wurde einem schnell bewusst. Alle 20 m hingen rote Schilder: „Achtung: Minengebiet“ und jeweils 5 m neben der Straße war das Gelände schon von Minen geräumt. Dahinter war das Betreten auf eigene Gefahr. Die tamilischen Terroristen haben hier ihr Heimatland nachhaltig zerstört. Es sollen 1,5 Millionen Minen gelegt worden sein. Bis die alle geräumt sind, dürften Jahrzehnte vergehen. Aus diesem Grund war das Vogelgebiet Chundikkulam nicht zu besichtigen. Es bleibt zu hoffen, dass die Terroristen nicht wieder mächtiger werden und der Frieden dauerhaft ist. Anschließend ging es dann auf einer längeren Fahrt nach Trincomalee, wo wir direkt am Strand untergebracht waren. Ein kurzer Besuch der heißen Quellen von Kanniyai rundete den Tag ab.

Sonntag, 15.07.2012:
Das Fort Frederick in Trincomalee wird noch vom Militär bewohnt. Dennoch ist der Weg zum im Fort liegenden hinduistischen Kloster frei. Dieses Kloster liegt direkt auf dem Swami Rock, der ca. 100 m zum Wasser abfällt. Dann erlebten wir durch Zufall den Höhepunkt des Tages. Wir sahen eine große Menge an festlich gekleideten Menschen und schauten dem Treiben etwas zu. Und prompt waren wir mittendrin in einer Zeremonie zu Ehren eines Mädchens, das zur Frau wurde. Während der ersten Monatsblutung wird das sri lankische Mädchen 6 Tage versteckt, um dann am siebten Tag die Zeremonie wie eine „erste Hochzeit“ zu feiern. Dementsprechend sah das Mädchen auch aus: festlich gekleidet und mit Schmuck geziert. Bekannte und Verwandte sind eingeladen, geben dem Mädchen Geschenke und es wird gefeiert. Eine Frau erklärte uns das Ritual und den Ablauf der Feier. Schließlich wurde uns noch Mittagessen angeboten. Wir aßen, typisch für die Insel, wie alle anderen Gäste auch, mit den Fingern. Ein sehr interessantes Erlebnis. Am Nachmittag nahmen wir dann ein kleines Boot, um die Bucht nördlich von Nilaveli zu erkunden, doch wegen starken Regens mussten wir die Bootstour abbrechen.

Montag, 16.07.2012:
Zuerst mussten wir am heutigen Tag die Strecke von Trincomalee nach Dambulla zurück legen. Auf der Strecke waren viele Baustellen und wir erlebten hautnah den Straßenbau des Landes – echte Knochenarbeit. In Dambulla angekommen, besichtigten wir sofort den Höhlentempel. Nachdem wir etwa 200 Höhenmeter überwunden hatten, mussten wir die Schuhe ausziehen, um den Tempel betreten zu können. In 5 Grotten konnten wir tolle, uralte Fresken und zahllose Buddha-Figuren sehen. Die Grotten sind aus verschiedenen Jahrhunderten und entsprechend beeindruckend. Ein weiteres Weltkulturerbe konnten wir nachmittags in Sigiriya erklimmen. Wieder ging es 200 m über Treppenstufen auf ein Plateau, auf dem die Fundamentreste einer Palastanlage zu sehen sind. Auf dem Weg dahin sahen wir die berühmten Wolkenmädchen, anmutige Mädchen zu sehen als Fresken aus dem 5. Jh. Sigiriya gilt als spektakulärster Ort der Insel und trägt dieses Prädikat zu recht. Wir hatten nicht genug Phantasie, um uns die Dimension der Palastanlage, wie sie gebaut wurde und wie die Menschen dort lebten, vorstellen zu können.

Dienstag, 17.07.2012:
Nach einem Hotel in einem Naturidyll steuerten wir auf Polonnaruwa zu, eine uralte Stadt, die ebenfalls ein Naturidyll zwischen Ruinenmauern ist. Sri Lankas Hauptstadt für 200 Jahre ist ein Muss und gefiel uns besser als Anuradhapura. Die Ruinen der alten Königsstadt aus dem 12. Jahrhundert zeigten uns eindrucksvoll die Geschichte der Insel. Ehemals riesige Königspaläste, Tempel und eine riesige Klosteranlage forderten unsere Fantasie, die Großartigkeit lebendig werden zu lassen. Erstaunt waren wir über die Tatsache, dass wir sogar in ruinösen Tempeln die Schuhe ausziehen mussten.
Nach diesem kulturellen Erlebnis war für uns wieder ein Nationalpark im Programm: der Kaudulla NP. Mit einem engagierten Fahrer durchstreiften wir den Park auf der Suche nach Elefanten und Vögeln. Nachdem wir schon etliche Vögel auf der Speicherkarte verewigt hatten, startete die Suche nach Elefanten. 7 Elefantenbullen bekamen wir zu sehen.

Mittwoch, 18.07.2012:
Heute waren die scheuen Lippenbären auf dem Programm. Dafür ging es Richtung Wasgamuwa Nationalpark. Auf dem Weg dorthin besuchten wir spontan einen kleinen, entlegenen Tempel, der historisch ist. Eine 2000 Jahre alte Stupa begrüßte uns und Anil, unser Fahrerguide, wurde von einem Mönch begrüßt. Dieser zeigte uns schließlich die Umgebung und lud uns in sein Haus ein. Nach einer Tasse Zitronenwasser, frisch vom Baum geerntet, fuhren wir dann zum Nationalpark Wasgamuwa.
Dieser ist bekannt für seine Lippenbären, doch leider sollten wir kein Glück haben. Hierfür soll sowieso der April der beste Monat sein. Stattdessen genossen wir die Landschaft und sichteten dafür ein Krokodil. Dann ging es im Dunkeln in den Knuckles Nationalpark.

Donnerstag, 19.07.2012:
Der Knuckles Nationalpark ist zugleich auch Weltnaturerbe. In diesem Park sind jedoch keine Pirschfahrten das übliche Programm, hier wird gewandert! Also schnürten wir unsere Wanderschuhe und machten uns mit einem Wanderführer auf eine sehr schöne und lehrreiche Wanderung auf. Es war sehr windig, so dass wir auf der Tour wenig Vögel sahen, dafür trafen wir immer wieder auf Elefantenhaufen, riesige Spinnennetze und ebensolche Bewohner.
Auch die Tour durch das ursprüngliche Dorf war ein tolles Erlebnis. Wir sahen die Menschen während der Verarbeitung des Reises. Die Tour selber führte durch verschiedene Waldabschnitte und kann nur weiter empfohlen werden. Die Tour endete an einem Fluss mit natürlichen Badepools. Eine herrliche Abkühlung.

Freitag, 20.07.2012:
Gut gestärkt machten wir uns auf eine weitere, kleinere Wanderung in den Knuckles auf. Zuerst führte uns der Weg durch einen Pinienwald. Tannenzapfen säumten den Weg, ein Zimtstrauch stand am Wegesrand und ein Gefühl von Weihnachten kam auf, aber die Temperatur ließ uns in der Realität bleiben! Schließlich kamen wir an den Reisterrassen-Feldern an. Querfeldein gingen wir auf den schmalen Trennwällen hindurch. Rechts und links erhoben sich die dicht bewaldeten Berge – eine tolle Kulisse. Nach Beendigung der Tour fuhren wir nach Kandy.
Die alte Königsresidenz Kandy ist ebenfalls von dicht bewaldeten Bergen umringt und hat sogar einen Regenwald mitten in der Stadt. Unter 40 m hohen Bäumen zu stehen, die dicht mit Kletterpflanzen bewachsen sind, ist ein erhebendes Gefühl. Nach diesem Naturerlebnis war wieder Kultur angesagt: Wir besuchten eine Kultur-Show. Sri lankische Tänze, die Teil des hinduistischen und buddhistischen Glaubens sind, wurden mit Trommelklängen aufgeführt. Schillernde Kostüme und Trachten taten ihr Übriges. Rechtzeitig zum buddhistischen Puja im berühmten Zahntempel, war die Show zu Ende und wir konnten dies auch noch sehen.

Samstag, 21.07.2012:
Der Tag begann mit einem Bummel über den bunten Markt. Stoffe, Kleidung, Nähereien, Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch wurden feil geboten. Die bunte Vielfalt, der Rummel und das emsige Treiben der Händler waren faszinierend anzuschauen. Wir kauften etwas Obst und fuhren weiter in Richtung Nuwara Eliya. Die Fahrt führte uns immer weiter hoch in die Berge, durch Hochland-Teeplantagen und Gemüsefelder bis auf 1880 m. Auf der Fahrt besichtigten wir eine Teefabrik, in der uns anschaulich die Verarbeitung der Blätter bis zum trinkfertigen Tee gezeigt wurde. Eine Tasse Tee rundete den Besuch ab. Während der Fahrt sahen wir schließlich auch die Frauen, die die Teeblätter ernten.
In Nuwara Eliya angekommen, bekamen wir zuerst einen kleinen Kälteschock, denn die Temperatur ist in dieser Höhe doch wesentlich geringer, aber die Blumenpracht erinnerte an unsere Gärten im Sommer. Die Briten haben den Ort geprägt, was deutlich am Golfplatz, dem Park und an etlichen Häusern zu sehen ist.

Sonntag, 22.07.2012:
Da in unserem Reiseführer die Zugfahrt durch das Hochland als besonders schön beschrieben wurde, beschlossen wir eine kleine Etappe mit der sri lankischen Bahn zurückzulegen. Nach dem Kauf der Fahrkarte (80 Cent pro Person) warteten wir in einer bunt gemischten Menge auf dem Bahnsteig, Ratternd und zischend näherte sich der Zug. Im Zug gab es nur zwei Klassen, die zweite und die dritte. Und weil in beiden Klassen kein Sitzplatz mehr zur Verfügung stand, verbrachten wir die Fahrt stehend im Buffetwagen der dritten Klasse. Frische Luft gab es während der ganzen Fahrt, den die Türen blieben offen. Außerdem passierten immer wieder Männer mit großen Körben die Abteile und boten verschiedene Snacks an. Nach einer etwas über einer Stunde dauernden Rüttelfahrt erreichten wir Hatton, unseren Zielbahnhof. Von hier ging es wieder mit dem Auto an den Fuß des Adams Peak. Kurz nach Ankunft machte ich mich dann auf den Weg zum Adams Peak. Dabei gab es 4.800 Stufen und 7 km zu überwinden. Da zur Zeit keine Pilgersaison ist, hatte ich den Weg für mich allein. Daher kam ich auch recht gut voran und war nach knapp 4,5 h wieder zurück. Leider spielte das Wetter aber nicht mit, so dass ich keinen Ausblick hatte.

Montag, 23.07.2012:
Heute stand eine längere Wanderung bevor. 28 km sollten es werden mit einigen Steigungen. Zunächst ging es mit dem Auto zu einem Dorf, wo ich von den Wanderführern und einem Tuktuk erwartet wurde. Mit dem Tuktuk ging es dann 45 Minuten bergauf durch schöne Teeplantagen. Am Ende der Teeplantage erwartete und Dschungel und hier begann dann auch die Wanderung. Die nächsten 4 Stunden waren dann aber nur schrecklich. Der Weg ging durch dichten Dschungel, wobei man sich den Weg immer freischlagen mussten. Das Department of Wildlife will dort keine breiteren Wege sehen. Man musste immer den Weg erahnen und Dornensträuchern ausweichen. Hinzu kam, dass es sehr feucht war. Picknick wurden dann einem Fluss eingenommen, dann ging es eine weitere Stunde durch den Urwald. Doch dann kam die Erlösung: Auf der anderen Seite des Berges endete der Dschungel und ich kam bei Sonnenschein in einer Teeplantage an. Von gab es dann einen sehr schönen, wenn auch langen Abstieg zu Reisterrassen, wo ich von dem Tuktukfahrer wieder abgeholt wurde und zum Hotel gebracht wurde. Mein Fazit der Wanderung: schreckliche Wanderung durch den Dschungel, aber schöner Abstieg zu Reisterrassen. Da ich schon eine Alternative zum Dschungel habe, werde ich den Abstieg mit ins Programm aufnehmen können.

Dienstag, 24.07.2012:
Entspannt begannen wir den heutigen Tag, denn unsere Wanderung sollte erst gegen Mittag beginnen. Mit dem Auto ging es dann zum Startpunkt der Wanderung, einem kleinen Dorfkloster. Durch Trockenwald führte uns der Weg bis zu einem Fluss, den wir durchqueren mussten. Hier trafen wir auf Edelsteinschürfer, die uns die Ausbeute des Morgens zeigten. Anschließend ging es fast hüfthoch durch den Fluss. Am anderen Flussufer machten wir eine kleine Rast mit Picknick. Dann ging es eine weitere Stunde weiter bis zu unserem Camp, am Hulan Ella Waserfall gelegen. Mit viel Mühe wurde dieses Camp von den Leuten aufgebaut, sogar ein Toilettenhäuschen gab es. Nach einem leckeren Abendessen ging es dann früh ins Bett. Ein Lagerfeuer sollte wilde Elefanten vom Camp fernhalten.

Mittwoch, 25.07.2012:
Nach einem frühen Frühstück setzten wir unsere Wanderung immer am Fluss entlang fort. Wir stapften durch den trockenen Wald. Elefantendung deutete darauf hin, dass die Dickhäuter diesen Weg auch schon gegangen waren. Am Wegesrand zeigten sich uns interessante Insekten, die Riesensamen der Liane und interessante Bäume. Auch Agamen zeigten sich häufiger.
An einem 30 m tiefen Wasserfall endete unsere Wanderung und wir fuhren in Richtung Sinharaja Regenwald. Die Strecke war wieder einmal sehr abwechslungsreich. Am auffälligsten war die veränderte Vegetation vom dornigen Trockenwald zum üppig grünem Regenwald. Auch die Luftfeuchtigkeit stieg.

Donnerstag, 26.07.2012:
Sehr früh morgens begann unsere Regenwaldexpedition. Wir wurden zunächst von einem örtlichen Reiseleiter und dann von weiteren Blutegeln empfangen. Zum Glück hatten wir Blutegelsocken an, die uns vor diesen Plagegeistern schützte. So konnten wir fast ungestört die gigantischen Baumriesen, Orchideen, kleine Schlangen, Schmetterlinge und weitere Agamen beobachten. Die dichte Vegetation imponierte uns sehr. Nachmittags hatten wir wieder ein Kontrastprogramm, denn es ging in den trockenen Uda Walawe Natiionalpark. Kurzerhand bestiegen wir den Jeep und waren bald froh einen so guten Fahrer und einen guten Ranger bei uns zu haben. Nach 20 Minuten trafen wir auf die erste Elefantenherde. 12 Elefanten jeglichen Alters, inklusive eines 7 Tage altes Babys zogen uns in ihren Bann.Doch es sollten noch weitere Elefantengruppen folgen, die größte davon mit 30 Tieren. Dem Fotoapparat war keine Pause gegönnt. Zufrieden ging es dann zu unserem Camp im Nationalpark, wo wir fürstlich empfangen wurden. Nach dem üppigen Abendessen erspähten wir mithilfe der Taschenlampe auch noch 2 Krokodilaugenpaare unweit des Camps.

Freitag, 27.07.2012:
Der heutige Tag sollte ganz im Zeichen der fliegenden Säugetiere stehen. Auf unserem Weg kamen wir in einen Ort, in dem einige Bäume mit seltsamen Gestalten behängt waren. Bei näherem Betrachten stellten sich diese als Flughunde heraus. Hunderte Flughunde hingen kopfüber in den Bäumen. Wir genossen dieses Schauspiel bevor uns der Weg zu einer Höhle führte. In dieser, nicht einfach zugänglichen Höhle sahen wir bei Taschenlampenlicht einen kleinen Teil der Millionen Augenpaare von Fledermäusen. Dieses unbeschreibliche Erlebnis wurde begleitet durch einen intensiven Geruch, tonnenweise Guano und schwierigen Zugangsmöglichkeiten. Eine Tour für Hartgesottene.
Am Nachmittag machten wir einen Spaziergang am Debra Weva See, wo wir wieder zahlreiche Vogelarten beobachten durften. Auch landschaftlich war dieses Gebiet wunderschön. Den Abschluss bildeten mehrere Akazienbäume, die wieder Tausende Flughunde beherbergten.

Samstag, 28. Juli:
Um 5.30 Uhr starteten wir heute zur Safari im Yala-Nationalpark. Die Chance einen Leoparden zu sehen, sollte heute groß sein. Am Eingang zum Nationalpark erwartete uns eine Reihe von Jeeps und alle wollten die Großkatzen sehen ...! Der erste Teil der Safari stellte sich als stressig heraus, denn die Jagd einen Leoparden zu sehen, ließ kaum eine ruhige Fahrt zu. Nachdem wir die Suche aufgegeben hatten, fuhren wir in gemächlichem Tempo durch die savannenartige Graslandschaften mit Dornensträuchern und Felsbuckeln. An den zahlreichen Seen konnten wir ebenso zahlreiche Krokodile und Vögel sehen. In einem Tümpel tummelten sich sogar etwa 20 Krokodile – was will man mehr. Nach einer ausgedehnten Mittagspause fuhren wir nachmittags in Richtung Kataragama. Zwischenstopps machten wir an einem See, um noch einmal nach Tieren Ausschau zu halten. Auf der Strecke, in den für Buddhisten und Hindus wichtigen Ort Kataragama, trafen wir auf hunderte Pilger, die von weit her den Weg zu Fuß angetreten waren und überfüllte Busse füllten die Straßen. In Kataragama selbst war die Hölle los, denn der Ort war mit tausenden Gläubigen gefüllt. Es ging zu wie auf dem Rummelplatz! Höhepunkt des Besuches war die abendliche Prozession mit Musikern, Tänzern und prachtvoll geschmückten Elefanten – es war ein tolles Erlebnis.

Sonntag, 29. Juli:
Der Bundala-Nationalpark war unser erstes Ziel. Er ist bekannt für seine Vielzahl und Vielfalt an Vögeln. An Lagunen, Seen und dem Meer sahen wir in der morgendlichen Ruhe viele verschiedene Vögel, die sich durch uns nicht stören ließen. Nur die Affen waren etwas aufgeregter, wenn wir uns ihnen näherten. Wir empfanden den Besuch hier als Idyll für die Tiere, aber auch für uns, denn wir waren fast die einzigen Besucher an diesem Morgen und genossen die Ruhe sehr. Anschließend fuhren wir auf der Küstenstraße in Richtung Galle. Zwischendurch hielten wir immer wieder an, um uns sehenswerte Plätze anzuschauen: ein Blowhole, den südlichsten Punkt der Insel – Point Diondra, einen schönen buddhistischen Tempel und einen touristischen Stelzenfischer, der sich nur gegen Geld fotografieren lässt. In Galle angekommen, machten wir uns sofort zu einer Besichtigung der Stadt mit kolonialer Vergangenheit auf. Die Altstadt liegt auf einer Landzunge und ist von dicken Schutzwällen umgeben. Auf 35 Hektar liegen schöne alte Häuser, die die Kolonialzeit wieder lebendig werden lassen. Alle großen Religionen haben auf dieser Fläche ihre Zentren und somit sind die Bewohner ebenfalls bunt gemischt. Der Rundgang hat uns beeindruckt und gut gefallen.

Montag, 30. Juli:
Das Esala Perahera in Kandy war an diesem Tag unser Ziel. Aus diesem Grund hatten wir vor einigen Tagen schon das Programm geändert und waren nun noch einmal auf dem Weg in die Stadt im Hochland. Die Fahrtstrecke war für uns neu und deshalb gab es für uns viel zu sehen. Dörfer, die sich auf ein Produkt spezialisiert hatten, wie z.B. Cashewnüsse, Töpferware, Rattanprodukte oder Ananas. Je mehr wir uns Kandy näherten, desto voller war die Straße. Ein Fest, das nicht nur die Gläubigen sondern auch viele Touristen anzieht. Entlang des Prozessionsweges waren die Gehwege schon Stunden vor dem Beginn mit wartenden Menschen gefüllt. Nachdem wir noch etwas gegessen hatten, machten wir uns auf den Weg einen Platz zu finden. Wir hatten uns keinen Sitzplatz kaufen wollen und suchten uns einen Platz in der Menge. Mitten unter Sri Lankern harrten wir der Dinge und bekamen Kekse und Getränke angeboten – es war eine nette Atmosphäre. Die Prozession war schließlich ein Erlebnis für sich. Vorbei zogen Akrobaten, Musiker, Sänger, Tänzer und viele Elefanten, bis schließlich nach 1,5 Stunden die Zahnreliquie auf einem Prunkelefanten an uns vorbeikam. Anschließend folgten noch weitere Gruppen in der gleichen Vielfalt und Farbenpracht und dann konnten wir nicht mehr stehen! Aber es war ein Erlebnis, das wir nicht missen wollen.

Dienstag, 31. Juli:
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Colombo. Da wir die Strecke schon kannten, konnten sich unsere Augen an diesem Morgen ein wenig erholen. Dass wir nach einigen Stunden in der Hauptstadt angekommen waren, merkten wir spätestens an den überfüllten Straßen. Wir machten eine Stadtrundfahrt mit dem Auto und sahen schöne Häuser aus der Kolonialzeit, Einkaufszentren und natürlich auch große Gebäude mit Verwaltungseinrichtungen. Hier bot sich uns die Möglichkeit, die letzten Einkäufe zu tätigen. Abends waren wir zu Gast bei unserem Fahrerguide Anil und seiner Familie. Ein schmackhaftes Abendessen rundete diesen Tag und die gesamte Reise ab. Es war wieder einmal schön, die Gastfreundschaft der Sri Lanker zu erleben. Nach einer sehr kurzen Nacht traten wir frühmorgens die Heimreise an. Im Gepäck hatten wir nicht nur schmutzige Wäsche, sondern auch eine Fülle an exotischen Früchten und anderen Souvenirs und natürlich alle Erlebnisse und Erfahrungen der vergangenen drei Wochen – daran werden wir noch lange denken!